ETF oder Indexfonds: der Vergleich für Einsteiger
ETFs und klassische Indexfonds können denselben Markt abbilden und ähnlich viel kosten, und unterscheiden sich doch darin, wie man sie kauft, wie sie handeln und in einigen Steuerdetails. So halten Sie sie auseinander.
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Börsengehandelte Indexfonds (ETFs) und klassische Indexfonds werden oft in einem Atemzug genannt, und das aus gutem Grund: Mit beiden besitzen Sie mit einem einzigen Kauf ein Stück eines ganzen Marktes, meist zu geringen Kosten. Das ist Streuung, in einer Order gekauft. Identisch sind sie aber nicht, und die Unterschiede zählen, sobald Sie regelmäßig anlegen.
Was sie gemeinsam haben
Beide sind *Sammelvermögen*: Das Geld vieler Anleger wird gebündelt, um einen Korb von Werten zu kaufen. Ist einer davon ein *Indexfonds*, bildet er einfach einen veröffentlichten Index nach, statt einen Manager die Titel auswählen zu lassen. Dieser gemeinsame Bauplan ist der Grund, warum ein breiter ETF und ein breiter Indexfonds auf denselben Index vor Kosten fast dieselbe Rendite liefern.
Worin sie sich unterscheiden
Wie und wann Sie handeln
Das ist der Hauptunterschied.
- Ein ETF wird den ganzen Tag über an der Börse gehandelt, wie eine Aktie. Sie sehen einen laufenden Kurs und können kaufen oder verkaufen, solange der Markt offen ist.
- Ein klassischer Indexfonds wird direkt bei der Fondsgesellschaft gekauft und verkauft, und Aufträge werden einmal täglich zu dem nach Börsenschluss festgestellten Preis ausgeführt (dem Nettoinventarwert).
Für langfristige Anleger wiegt das oft weniger schwer, als es klingt, doch es verändert das Verhalten einer Order.
Mindestbeträge und die Art einzuzahlen
Klassische Fonds erlauben häufig, einen festen Geldbetrag anzulegen (und verlangten historisch oft eine Mindesterstanlage). ETFs werden in ganzen Anteilen zum Marktpreis gekauft, auch wenn viele Broker inzwischen Bruchstücke anbieten. Wollen Sie "jeden Monat 200 anlegen" automatisieren, gelingt das mit einem klassischen Fonds oder einem bruchstückfähigen ETF sauberer.
Kosten jenseits der ausgewiesenen Gebühr
Beide weisen eine laufende Kostenquote aus, die bei breiten Indexprodukten oft sehr niedrig ist. ETFs fügen eine zweite, leicht übersehene Kostenstelle hinzu: die Geld-Brief-Spanne, den kleinen Abstand zwischen An- und Verkaufskurs, dazu eine etwaige Ordergebühr. Bei viel gehandelten ETFs ist diese Spanne winzig, bei wenig gehandelten nicht.
Steuerliche Behandlung
In manchen Ländern macht die Art, wie ETFs ihre zugrunde liegenden Geschäfte abwickeln, sie im steuerpflichtigen Depot etwas steuereffizienter als vergleichbare klassische Fonds. Das ist stark länderabhängig, also lokal prüfen statt annehmen. Auch der Weg der Erträge zählt: Kaufen Sie einen Fonds wegen seiner Ausschüttungen, gilt was eine ausgewiesene Rendite sagt und verschweigt für Fonds genauso wie für Einzelaktien.
Was zu Ihnen passt
Einen allgemeinen Sieger gibt es nicht. Ein vernünftiger Weg zur Wahl:
- Legen Sie regelmäßig eine feste Summe an? Ein klassischer Fonds (oder ein bruchstückfähiger ETF) verarbeitet wiederkehrende Beträge reibungslos.
- Wollen Sie Kontrolle im Tagesverlauf oder viele verschiedene Positionen günstig halten? ETFs sind flexibel und breit verfügbar.
- Ist Ihr Depot steuerpflichtig? Prüfen Sie vorher die lokale steuerliche Behandlung beider Hüllen.
Das Fazit
Um einen breiten Markt günstig abzubilden, ähneln sich ETF und Indexfonds weit mehr, als sie sich unterscheiden: Die Wahl hängt meist daran, wie Sie kaufen möchten, ob Sie feste Beträge anlegen und welche Steuerregeln vor Ort gelten. Nehmen Sie die Hülle, die zu Ihren Gewohnheiten passt, und halten Sie die Kosten in beiden Fällen niedrig. Wenn Sie zwei Fonds nach ihrem Ertrag vergleichen, projiziert der kostenlose Dividendenrechner beide in die Zukunft.
Häufige Fragen
Sind ETFs günstiger als klassische Indexfonds?
Bei breiten Indexprodukten liegen die laufenden Kosten oft nah beieinander. Der ETF fügt eine Geld-Brief-Spanne und womöglich eine Ordergebühr hinzu, klassische Fonds verlangen dafür manchmal Mindestbeträge. Was günstiger ist, hängt von den konkreten Fonds und Ihrem Broker ab.
Kann ich mit einem ETF monatlich automatisch anlegen?
Ja, wenn Ihr Broker Bruchstücke oder ETF-Sparpläne unterstützt. Sonst machen klassische Indexfonds, die einen festen Betrag annehmen, regelmäßige Einzahlungen einfacher.
Bringen ETFs und Indexfonds dieselbe Rendite?
Bilden sie denselben Index ab, ist ihre Rendite vor Kosten nahezu identisch. Die Unterschiede stammen vor allem aus Gebühren, Spannen und Besteuerung.
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